Ein guter Start für eine neue Legehennenherde beginnt schon vor der Ankunft. Klingt seltsam? Der Legegeflügelspezialist Fabian Simons erklärt. "Für uns beginnt der Start einer Hühnerherde damit, dass wir mit dem Geflügelhalter, der Brüterei und dem Tierarzt den Aufzuchtplan erstellen."
Fabian: "Der Plan besteht aus einer Vielzahl von Informationen. Er enthält die Details der neuen Herde, wie Schlupfdatum, Alter bei der Ankunft und die Rasse der Hennen. Aber wir besprechen auch, welche Futtermittel verwendet werden und welche Umstellungszeitpunkte es gibt. Welches Futter verwendet wird, hängt natürlich von der Rasse und dem Produktionsziel ab. Der Lichtplan und die Fütterungszeiten werden besprochen. Dazu gehört auch ein Präventionsplan, um die Hühner in guter Verfassung zu halten und Einbrüche und Listungsdepressionen zu vermeiden. Natürlich sind neben der Besprechung des Einstallungsplans auch Dinge wie Reinigung und Desinfektion sehr wichtig."
Bei der Ankunft der neuer Hennen, und eigentlich während der gesamten Zeit, in der sich die Herde auf dem Hof befindet, ist es wichtig, Stress zu vermeiden. Denn Stress hat einen großen Einfluss auf das Verhalten der Hennen und damit auf ihre Kondition.
Fabian: "Wenn eine neue Hühnerherde von der Aufzucht in einen Legebetrieb umgestallt wird, bedeutet das ein hohes Maß an Stress. Sie sind aus ihrer gewohnten Umgebung herausgeholt worden, haben eine zum Teil lange Reise mit dem LKW mit womöglich noch extremen Wetterbedingungen hinter sich und werden in Ihrem Betrieb abgeladen. In dieser völlig neuen Umgebung ist ein „angenehmer“ Empfang wichtig. Bieten Sie den Hühnern sofort frisches Futter und Wasser in einem warmen und hellen Stall an, damit sie mit vollem Bauch die neue Umgebung erkunden können."
Ein einfacher Tipp: Bitten Sie den Aufzüchter, den Beleuchtungsplan mit Ihrem Beleuchtungsplan abzustimmen (Lichtintensität und -zeiten), damit er beim Übergang gleich ist.
Wie schnell die Hennen sich vom Stress der Umstallung erholen und an die neue Umgebung gewöhnen, lässt sich schwer vorhersagen. Daher ist eine intensive Tierbeobachtung und ein manuelles Nachsteuern der Futter- und Umweltbedingungen unter Umständen notwendig.
Die ersten Tage sind besonders wichtig, damit sich die Herde an ihre neue Umgebung gewöhnen kann. An die neue Umgebung, das Futter, aber auch an Sie als Geflügelhalter und vielleicht an Ihre Mitarbeiter.
Fabian: "Gehen Sie in den ersten Tagen regelmäßig durch den Stall. Die Abendrunde ist dabei besonders wichtig. Damit die Hühner richtig sitzen können, ist der Verdunkelungsplan sehr wichtig. Erkundigen Sie sich nach dem Verdunkelungsplan im Aufzuchtstall. Bleiben Sie während der ersten Tage im Stall, wenn das Licht gedimmt wird. Auf diese Weise können Sie sehen, wie sich die Hennen verhalten und wie sie auffliegen. Nicht alle Hennen werden sofort auffliegen. Bringen Sie Hennen, die nicht auffliegen, in den ersten Tagen in das System. Dadurch wird verhindert, dass die Hennen in der Einstreu schlafen, was zu Fehlschlägen und Bodeneiern führen kann."
Erfahren Sie mehr über die Startphase, den Einstellungsplan und den Präventionsplan. Unsere Geflügelspezialisten erzählen Ihnen gerne mehr.