Wir alle wissen, wie wichtig die Trockenrationen für Kühe sind. Wir wissen auch alle, wie schwierig es ist, sie richtig zu managen. Denken Sie nur an die unterschiedlichen Anforderungen zwischen 'far-off'und 'close-up' Kühe. Aber auch der gewünschte Futterwert, die erforderliche Schmackhaftigkeit, die Zeitplanung, die Grasnarbenqaulität und der Weidegang. Das muss alles zusammenpassen. In diesem Artikel stellen wir einen breit anwendbaren und praxisgerechten Ansatz vor. Ergänzt durch einige praktische Tipps.
Die trockene Kuh braucht in der 'far-off' Phase nur 60 NEL und 1500 Gramm Rohprotein (Xp) pro Tag. Doch die trockene Kuh muss einen gut gefüllten Pansen haben. Dazu bracht man schmackhaftes und brühfreies Futter. Weidegras enthält viel mehr Rohprotein. Das kann zu viel Kolostralmilch mit meist schlechter Qualität führen. Oder zu zuviel 'aufeutern' kurz vor die Abkalbung. Und es ist fast ein sicherer Garant für Milchfiber. Weidegras aus einem Naturgebiet hat einen deutlich niedrigeren NEL- und Eiweissgehalt. Manchmal sogar zu niedrig. Die Folgen: Die trockene Kuh verliert an Gewicht, die Leber verfettet, das Darmsystem des Kalbes entwickelt sich schlecht und es droht Ketose. Wie gehen Sie damit um?
Zunächst einmal ist es wichtig zu wissen, dass die trockene Kuh in den letzten 3 Wochen vor dem Kalben einen erhöhten Bedarf an NEL und Xp hat. Eine kontrollierte Aufnahme ist dann sehr wichtig. Mit 100 Prozent Weidegang funktioniert das nicht. Eine praktische und effektive Lösung liegt in der begrenzten Aufnahme von Weidegras und der Zufütterung von eiweißarmem und schmackhaftem Heu (und/oder Mais). Diese Zusatzfütterung, vorzugsweise im Stall, ist einfach umzusetzen und bietet zudem die Möglichkeit, trockenen Kühen kurz vor dem Kalben zusätzliches Futter („Transitfutter“) zu geben und sie im Auge zu behalten.
Trockene Kühe, die in Naturgebiete laufen, brauchen besondere Aufmerksamkeit für die Mineralstoffversorgung. Zögern Sie nicht, gute Silage zu ergänzen, wenn das Grasangebot unzureichend ist. Die trockene Kuh sollte nicht abnehmen! Darüber hinaus ist es notwendig, Kühe, die in Naturgebiete laufen, mindestens drei Wochen vor dem voraussichtlichen Abkalbetermin „nach Hause zu holen“ und sie wie oben beschrieben zu füttern. Dies gilt übrigens auch für tragende Rinder.
Frisches Gras enthält zwischen 180 Xp (Frühjahr) und 250 Xp (Herbst). Eine trockene Kuh braucht nur 140 Gramm Xp pro kg ds. Damit ist klar, dass die Ration der trockenen Kuh aus einer guten Portion Heu (und eventuell Mais) bestehen sollte. Begrenzen Sie die Aufnahme von frischem Gras auf 3-4 kg ds pro Tag. Das bedeutet, dass eine 0,7 ha große Fläche für 10 trockene Kühe und trächtige Rinder ausreicht. Beginnen Sie mit dem Weidegang für diese Gruppe am Tag nach dem Silieren auf einer kahlen Wiese.
Es macht also Sinn, Futter speziell für trockene Kühe herzustellen. Dieses eignet sich hervorragend von geschossenem Gras im 2. oder 3. Schnitt. Wenn das Gras in die Ahren schießt, sinkt der Futterwert. Lässt man diesen Schnitt etwas auswachsen, steigt die Masse, der Xp-Gehalt sinkt. Aber wie viel braucht man......... . Ein Richtwert sind 350 kg Ts pro melkende und kalbende Kuh bei einer 7-wöchigen Trockenstehzeit. Für 80 Milchkühe braucht man 28 Tonnen Ts. Oder 1 Hektar mit 3.500 kg Ts pro 10 Milchkühe. Angesichts der Futtermenge und der Verbrühungsanfälligkeit ist es sinnvoll, diese Menge zu Ballen zu pressen.
Bevorzugt wird eine kleearme Fläche. Aber auch eine ausgewachsene Weidefläche oder eine entfernte Mähfläche kann eine gute Alternative sein. Seien Sie vorsichtig mit einer Parzelle, die extensiv bewirtschaftet wird. Sie kann aufgrund ihrer schlechten Qualität und Schmackhaftigkeit weniger geeignet sein. Nehmen Sie nicht jedes Jahr dieselbe Fläche, um die Qualität der Grasnarbe zu erhalten. Mähen Sie oberhalb von 7 cm und warten Sie ein paar Tage, bevor Sie Gülle fahren, damit sich Gras, Klee und Kräuter erholen können. Durch Beweidung der geheuten Fläche beim nächsten Schnitt (mit Jungvieh) fördern Sie die Erholung der Grasnarbe und die Entwicklung von (Wiesen-)Klee.
Die zusätzliche Fokussierung auf Raufutter, das besonders für trächtige Kühe und Rinder geeignet ist, wird Ihnen und Ihren Kühen für den Rest des Jahres viel Freude bereiten. Sie werden die Vorteile in Form von mehr Arbeitserleichterung, weniger Krankheiten und Ausfall, höherer (Spitzen-)Produktion und weiteren Einsparungen beim Kraftfutter spüren. Eine gesunde Kuh und ein glücklicher Landwirt mit gutem „Trockensteherfutter“!
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