Im Brekkenpolder, nordwestlich von Lemmer, betreibt der innovative Milchviehhalter Piet Jan Thibaudier mit Hilfe seines Vaters und eines festen Melkers einen ökologischen Milchviehbetrieb. Sie begannen 2023 mit der Umstellung auf Bio und in diesem Jahr hat Piet Jan den Betrieb von seinen Eltern übernommen.
„Meine Eltern haben 1967 an dieser Stelle mit mehr Kindern als Kühen angefangen“, scherzt Piet Jan. Seitdem ist der Betrieb auf 180 Milchkühe mit 100 Stück Jungvieh und 105 ha Grünland in unmittelbarer Nähe angewachsen. „Alles kann mit dem Schleppschlauch gedüngt werden“, sagt Piet Jan. Die restliche Gülle geht an zwei Ackerbaubetriebe in der Nähe. Er erwägt, in Zukunft RauFutter von ihnen zu kaufen. „Jetzt mache ich das noch über den Handel. Das macht mich ein bisschen flexibler, was die Menge und die Qualität angeht.
Bemerkenswert ist, dass der Umstellung auf Bio eine starke Intensivierung der Betriebsführung vorausging. Piet Jan erklärt: „Im Jahr 2016 konnten wir den Nachbarbetrieb dazu kaufen. Eine einmalige Gelegenheit, die schwer zu finanzieren war, und so wurde der Fokus auf das harte Melken gelegt. Aber alles, was ich wachsen sah, war der Stapel von Rechnungen und das Risiko auf meinem Teller. Und dann kommt der Zeitpunkt, an dem man anfängt, sich zu fragen, was man wirklich will.
Die Antwort war, zu den Grundlagen zurückzukehren. Als das für Piet Jan klar war, schritt er direkt zur Tat. „Ich habe dann im Jahr 2018 alles mit der stumpfen Axt vereinfacht. Alle Berater raus, Mischwagen raus, Kosten gesenkt und mit der Beweidung angefangen. Frisches Gras zu füttern war immer schon unser Stärke gewesen. Und das hat sich auch so bewährt. In der EDF-Studiengruppe ist unser Betriebsergebnis innerhalb eines Jahres in die oberen 25 % der Gruppe hochgeschnellt.“
Letzter Anstoß
Die anstehenden Veränderungen in der EU-Agrarpolitik und Gespräche mit Bio-Milchbauern gaben Piet Jan den letzten Anstoß. „Eigentlich war die Umstellung auf Bio ein logischer nächster Schritt“, bemerkt Piet Jan. „Die Bewirtschaftung des Hofes mit viel frischem Gras und niedrigen Kosten war schon viel näher am Bio-Standard. Deshalb habe ich die Flächen bereits im Mai 2023 angemeldet, noch bevor die Milchabgabe geregelt war.“ Im Herbst 2023 stellte sich heraus, dass die firmeneigene Molkerei Platz für Biomilch hatte, und Piet Jan stieg zusammen mit seinem Vater sofort ein.
„Dennoch ist die Umstellung nicht einfach; Sie und Ihr Betrieb müssen darauf vorbereitet sein“, sagt Piet Jan. „Das gilt vor allem für den Boden und das Bodenleben. Auch die eigene Denkweise muss sich in Richtung Bio entwickeln. Das braucht alles seine Zeit.“
Der schwierigste Teil der Umstellung war sicherlich die Entscheidung von Piet Jan, keinen präventiven Trockenstellereinsatz mehr zuzulassen. „Man muss diese Maßnahme aufgeben, um unter die maximale Tier- Tagesdosis zu kommen. Es ist ziemlich schwierig, das Wissen darüber zu finden. Zum Glück denkt mein Tierarzt mit mir. Die Spezialisten von Reudink haben mir auch sehr geholfen, zum Beispiel bei der Umsetzung der Vorschriften in die Praxis. Sie wissen, was man tun kann und was nicht. Auch bei der Fütterung.“
Piet Jan ist froh, dass er den Schritt gemacht hat. „Meine Fachliches Können und mein Unternehmergeist sind jetzt viel mehr gefragt und das gefällt mir sehr. Auf dem Markt zu handeln und zu verhandeln habe ich vorher nie gemacht, jetzt schon.“
Wie Piet Jan betonte, ist der Boden sehr wichtig, und ihm wird viel Aufmerksamkeit geschenkt. So setzt er zum Beispiel Klee und Kräuter ganz gezielt ein. „Ich habe keinen durchschnittlichen Boden. Deshalb schaue ich mir jetzt an, welche Kräuter am besten passen. Wo es nötig ist, will ich eigentlich jedes Jahr 10 Prozent (nach)säen. Allein schon wegen der Futterqualität. Denn das muss die Basis sein.“
Wiesenvogelmanagement wird auf dem Betrieb schon lange praktiziert. „Jetzt, wo ich Kräuter und Klee verwende, sehe ich neben mehr Vögeln und Insekten auch viel mehr Rehe auf meinem Land. Das bedeutet, dass sich die Dinge in die richtige Richtung entwickeln, und das ist sehr befriedigend“, sagt Piet Jan. „Auch der Mineraliengehalt in der Milch ist gestiegen. Allerdings erfordert die Pflege von Kräutern auf Dauergrünland zusätzliche Aufmerksamkeit.
Piet Jan fühlt sich im Biosektor inzwischen sehr wohl. „Biobauern denken positiv. Sie versuchen, Regeln in Chancen zu verwandeln. Auf der Bio-Messe habe ich niemanden gehört, der sich über Phosphat, Stickstoff oder Aufkaufprogramme beschwert hat. Das fand ich erfrischend“, sagt er. „Ich habe auch den Eindruck, dass sich die Menschen gegenseitig mehr zutrauen und bereit sind, neue Sachen auszuprobieren.“ Letzteres kommt Piet Jan entgegen, der auf seinem eigenen Betrieb mehrere Versuche durchführt. „Ich mag es, Möglichkeiten zu sehen und nach machbaren Lösungen zu suchen. Ich möchte nicht von Subventionen abhängig sein.“
* Viele Informationen finden Sie auf der Website der Verbände
* Kommunizieren Sie viel mit den Menschen in Ihrer Umgebung, auch mit Grundbesitzern. „Wenn man sie mit einbeziehen kann, gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Und Viehzüchter mit demselben Bodentyp wissen oft, was in der Praxis funktioniert und was nicht.“
* Fragen Sie die Reudink Spezialisten um Rat. „Sie wissen, was man tun kann und was nicht, auch im Bezug auf das Futter.
* Sorgen Sie für einen gut organisierten Verkauf und gehen Sie mit einem guten Plan zur Bank.